LTE 700, die neuen Frequenzen fürs Land

Direkt zum Seiteninhalt

Hauptmenü:



Die neuen LTE-700 Frequenzen sind vergeben

Am Freitag, dem 19. Juni 2015, endete die Frequenz-Auktion für das neue LTE 700 Netz, das als Internet fürs Land ausgebaut wird. Die Auktion war am 27. Mai gestartet. Vodafone erwirbt nach den letzten Meldungen vom Freitagabend 110 Megahertz Spektrum und zahlt dafür 2,09 Milliarden Euro, die Deutsche Telekom wird 1,79 Milliarden Euro zahlen, um 100 MHz Frequenzspektrum zu erwerben. Der Dritte im Bunde ist Telefonica Deutschland (E-Plus, o2), das Unternehmen zahlt für 60 MHz Spektrum fast 1,2 Milliarden Euro.

LTE in ländlichen Gegenden auf dem Vormarsch

Bewohner in ländlichen Gegenden, die bislang von schnellen DSL-Anschlüssen abgeschnitten sind, können in Kürze via 4G Netz superschnell im Netz surfen. Zwar dauert der Ausbau aus administrativen und technischen Gründen noch ein wenig, dennoch können sich die Nutzer auf ihr Internet fürs Land ab spätestens 2017 verlassen. Die Mobilfunk-Frequenzauktion brachte der Bundesnetzagentur nach 16 Auktionstagen (alle Tage exklusive Wochenenden) insgesamt 5,08 Milliarden Euro ein, für die 270 Megahertz Spektrum neu verteilt werden. Analysten hatten den Ausgang in etwa erwartet, die Schätzungen für neue 4G Frequenzen reichten im Vorfeld von 4,0 - 5,5 Milliarden Euro. Die letzte Frequenzauktion hatte 2010 stattgefunden, damals waren 4,4 Milliarden Euro erzielt worden. Jochen Homan äußerte sich als Präsident der Bundesnetzagentur in einem ersten Statement zufrieden. Er äußerte die Hoffnung, dass die Frequenzen recht schnell genutzt werden können. Noch steht das versteigerte Spektrum nicht komplett für das LTE Netz zur Verfügung. Gerade LTE 700 für die Versorgung der ländlichen Regionen muss zunächst auf die Abschaltung des DVT-T Fernsehens warten, das bis spätestens 2017 durch DVB-T2 ersetzt wird. Dann funktioniert das Internet fürs Land auf der 700 MHz Frequenz. Die Lizenzen für andere Frequenzen, so das 900 und 1.800 MHz Band, laufen noch bis Ende 2016. Die drei Telekommunikationsunternehmen sind mit der Auktion zufrieden. Sie möchten den LTE Ausbau schnellstmöglich vorantreiben.



Was fangen die Provider mit den Frequenzen an?

Vodafone möchte mit den neuen Frequenzen das mobile Breitbandinternet ebenso wie die Sprachtelefonie ausbauen. Die Telekom plant große Anstrengungen in der digitalen Versorgung, vermutlich dürften Business-Kunden verstärkt vom neuen Frequenzspektrum profitieren. Telefonica Deutschland plant den weiteren Netzausbau, auch soll das Datengeschäft nun fokussiert werden. Das für ländliche Gegenden wichtige LTE 700 Band teilen sich die drei Anbieter gleichmäßig, sie ersteigerten je zwei von insgesamt sechs angebotenen Blöcken. Am 14. Auktionstag waren für dieses Band urplötzlich insgesamt 172 Millionen Euro geboten worden. Es standen zudem das 900, das 1.500 und das 1.800 MHz Band zur Versteigerung, wobei die Verteilung ungleichmäßiger und eher zugunsten von Vodafone ausfiel. Bei diesen Frequenzen geht es eher um Sprachtelefonie und Datenverkehr in Ballungsgebieten, hier machen die Anbieter die attraktivsten Zukunftsmärkte aus. Jedoch ist es für die Bewohner ländlicher Regionen beruhigend zu wissen, dass gerade ihr 700 MHz Frequenzband von den drei großen Unternehmen auf dem deutschen Markt recht gleichmäßig betrieben wird. Das lässt einen homogenen Netzausbau und einen gesunden Wettbewerb zugunsten der Verbraucher erwarten. Übrigens könnte in einigen Jahren neue Bewegung auf dem 4G Markt entstehen, denn die Frequenzen werden nur auf Zeit vergeben. Eine dauerhafte Vergabe lehnt die Bundesnetzagentur wegen des “raren Gutes der Frequenzen” ab, wie ein Sprecher schon vor zwei Jahren erklärt hatte. Fachleute erwarten nun einen verstärkten Breitbandausbau in Deutschland, wo die 700 MHz Frequenzen zuerst versteigert wurden. Andere Staaten dürften später folgen.

 
 
Zurück zum Seiteninhalt | Zurück zum Hauptmenü